Unsere Wurzeln - Unsere Zukunft:
Zur Geschichte des anthroposophischen Heilpraktikers
1924 Anthroposophie als Erweiterung der Heilkunst
Von Rudolf Steiner wurde im letzten Jahrhundert die Anthroposophie als Einweihungsweg für den heutigen Menschen geschaffen. Aus einer Menschenerkenntnis heraus, welche die leiblich-seelisch-geistige Ganzheit des Menschen und die Entwicklung des Individuums über die verschiedenen Erdenleben hinweg mit in die Betrachtung einbezieht, konnte er so gemeinsam mit der Ärztin Ita Wegmann 1924 den Keim für eine moderne spirituelle Heilkunst legen. Hierbei hat er sich zunächst an Medizinstudenten, junge Ärzte und einzelne von ihm persönlich zugelassene in der Heilkunde bewanderte Menschen gewandt, die mit ihren Fragen nach der anthroposophischen Durchdringung ihrer Tätigkeit auf ihn zugekommen waren.
Der Heilpraktikerberuf in seiner heutigen Form existierte damals noch nicht. Nach Rudolf Steiners Tod wurden zu den dann stattfindenden anthroposophisch-medizinischen Fortbildungen zunächst nur noch Ärzte oder Medizinstudenten zugelassen.
Mit dem Erlass des Heilpraktikergesetzes 1939 und der folgenden Etablierung eines zweiten Berufsstandes neben dem Arzt, der mit staatlicher Erlaubnis Diagnosen stellen und Heilbehandlungen durchführen kann, wuchs aber auch das Bedürfnis unter den Heilpraktikern, sich anthroposophisch weiterzubilden. Insbesondere weil der Heilpraktiker schon von seinem Selbstverständnis her Methoden anwendet, welchen eine ganzheitlich-spirituelle Sicht des Menschen zugrunde liegt.
1981 Arbeitsgemeinschaft Anthroposophischer Heilpraktiker:
Daher haben sich 1981 Heilpraktiker, die Anthroposophen waren, in privaten Arbeitskreisen zusammengeschlossen, um im Austausch miteinander ihre Therapie auf der Grundlage des anthroposophischen Menschenbildes zu begreifen.

1992 AGAHP e.V. - Berufsverband AGAHP e.V.
Aus persönlichen Beziehungen heraus ergaben sich Kontakte mit der Leitung der medizinischen Sektion. Es fanden erste Treffen statt, welche von Frau Dr. Glöckler, der heutigen Sektionsleiterin aufgegriffen und zur regelmäßigen Einrichtung erhoben wurden. Diese Gemeinschaft anthroposophischer Heilpraktiker hat sich 1992 die Form eines Vereins gegeben, die „Arbeitsgemeinschaft Anthroposophischer Heilpraktiker“ AGAHP e.V. und ist seitdem als Berufsgruppe der medizinischen Sektion am Goetheanum angeschlossen.
2010 Leitbild und Qualitätskriterien
Heute arbeitet die AGAHP gemeinsam mit der medizinischen Sektion daran, ein Berufsbild des anthroposophischen Heilpraktikers zu erstellen. Anknüpfend an unser jährlich sich weiterentwickelndes Leitbild legen wir hierzu Qualitätskriterien für die Anerkennung und Fortbildung des Anthroposophischen Heilpraktikers fest. Von der Mitgliederversammlung 2010 wurde eine Qualifizierungsregelung verabschiedet, die sich an bestehende Systeme für Heilpraktiker anschließt.
Die AGAHP ist Mitglied im QFH (Qualitätsforum Heilpraktiker). Um Interessenten die Möglichkeit zu geben, diese Qualifizierung zu erhalten, bietet die AGAHP intern in ihren Arbeitskreisen und extern durch Fortbildungsangebote ihrer Dozenten folgende Möglichkeiten:
Vermittlung allgemein-menschenkundlich-medizinischer Grundlagen
Erarbeiten der geisteswissenschaftlichen Grundlagen für die Therapiemethoden des Heilpraktikers
Kollegialer Austausch, gemeinsame anthroposophische Arbeit
Anthroposophische Ausbildungsangebote mit Heilpraktikergrundausbildung
(Kontaktadressen siehe Thema „Fortbildung“)